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Prädikantenseminar in Bogota

Bernd Schubert

20. Dez. 2023

Die Prädikanten waren auf Fortbildung. Wie es uns dabei ergangen ist, erzählen wir hier in einem kleinen "Reisebericht"

Fortbildung für Praktikanten in Bogota

 

Die Prädikanten waren auf Fortbildung. Wie es uns dabei ergangen ist, erzählen wir hier in einem kleinen "Reisebericht".




Alles war viel grösser als bei uns in Bolivien. Die Stadt hat 11 Millionen Einwohner und eine riesige Ausdehnung. Der Verkehr ist gigantisch obwohl die Autos je nach grader oder ungrader Endzahl des Nummernschildes nur jeden zweiten Tag fahren dürfen. Die deutsche Gemeinde, bei der wir eine Woche zu Gast waren, besitzt einen Gebäudekomplex mit Kirche, Gemeindehaus, Wohnungen, weiträumigem Garten, über 280 Gemeindemitgliedern und eine ständige Pastorin.

 

Christhild Grafe, die Pastorin und Juan, ihr Ehemann, hatten die Tagung sorgfältig und liebevoll vorbereitet. Als wir nach einem unerfreulichen Nachtflug am 17. Oktober um 6 Uhr morgens in Bogota ankamen, warteten Christhild und Juan schon auf uns und brachten uns zu unseren Gastfamilien, die uns sehr freundlich aufgenommen haben. Wir, das sind Caroline Sölle de Hilari und Bernd Schubert, die mit einem Kostenzuschuss der EKD an der Fortbildung teilnehmen durften. Außer uns gab es weitere zehn TeilnehmerInnen aus Venezuela, Chile, Guatemala, Ekuador, vier aus Toronto, Kanada und zwei aus Kolumbien, die die kürzeste Anreise hatten.

 

Die nächsten fünf Tage waren der Fortbildung gewidmet. Ziel war, unsere Predigt-Kompetenz zu verbessern, insbesondere die Fähigkeit Bilder und einen Ich-Bezug in der Predigt einzusetzen. Dazu gab es zunächst Vorträge von Valerie Ebert-Schewe, einer Pastorin vom Gottesdienstinstitut der bayrischen Landeskirche. Die dabei gewonnen Erkenntnisse wurden in Predigten umgesetzt, die wir alle verteilt in drei Kleingruppen gehalten haben. Die Besprechung dieser Predigten in den Kleingruppen wurde von Valerie, Christhild und Annika (einer Pastorin aus Kanada) moderiert.  Auf diese Weise erhielt jeder von uns ein offenes, kritisches und konstruktives Feedback. Inhaltlich war das der wirksamste Teil der Fortbildung.

 

Jeder Tag wurde durch eine Morgenandacht eingeleitet und mit einer Abendandacht abgeschlossen, die abwechselnd von den drei Pastorinnen geleitet wurden. Um auch ein wenig von der Kultur und Schönheit Bogotas zu sehen, waren wir einen halben Tag in der malerischen Innenstadt und im Botero Museum – sehr beindruckt von den Bildern und Skulpturen des Künstlers, die alle sehr füllig gebaute Menschen und Tiere jeden Alters darstellen. Dann waren wir einen Nachmittag in der Cathedral de Sal, einer riesigen unterirdischen Anlage, die aus einem stillgelegten Bergwerk entstanden ist. Sie enthält einen Kreuzgang der zur Kathedrale führt und durch seine enorme Dimension, Lichteffekte und dezente Musik einen unvergesslichen Eindruck macht.

 

Ein von den TeilnehmerInnen am Sonntag, den 22. Oktober, gehaltener Gottesdienst, zu dem die ganze Gemeinde und insbesondere unsere Gastgeber eingeladen waren, bildete den Höhepunkt und Abschluss der Fortbildung. Als wir dann am Flugplatz auf unseren Nachtflug nach La Paz warteten, konnten wir mit Dankbarkeit auf diese Woche zurückblicken. Es war eine gut geleitete Woche der Gemeinschaft mit gläubigen Menschen, die viel miteinander und voneinander gelernt haben.

Bernd Schubert, Cochabamba




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