Seit November haben wir die Bank gewechselt:
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Das frühere Konto in der Banco BISA wird ab Januar aufgelöst!

26. November 2022
Adventssingen in der Martin Luther Kirche

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Kollekte

 

Dezember 2022

Meditation

 

Liebe Freunde,

 

 

Der Puma an der Krippe!
In der Station Prado des Teleférico war er letztes Jahr zu sehen. Zunächst habe ich mich gewundert: Tiere gehören zwar zur Krippendarstellung, in erster Linie Schafe, dann die Kamele der Weisen aus dem Morgenland, aber auch andere Haustiere stehen z.B. in unserer Krippe zuhause. Von Pumas an der Krippe freilich habe ich noch nie gehört. Schließlich sind sie gefährliche Raubtiere. Ganz sicher hätten die Hirten sie vertrieben. Sie verstanden sich darauf, ihre Tiere zu schützen.

Nun, ich konnte die Menschen nicht fragen, was sie sich dabei gedacht haben, einen Puma an die Krippe zu stellen! Aber ich nehme einfach an, sie kannten sich in der Bibel ein wenig aus und waren beim Propheten Jesaja fündig geworden. Von ihm nämlich stammen die berühmten Verse, die Jesus mit David verbinden: „Es wird ein Spross hervorgehen aus der Wurzel Isai!“ Ein Vers, der in unserem schönen Weihnachtslied: „Es ist ein Ros‘ entsprungen!“ zum Klingen gebracht wird.


Wenn wir bei Jesaja weiterlesen, dann stoßen wir auf eine ganz wunderbare Verheißung, nämlich die des sogenannten „Tierfriedens“. Aus ihr stammt der Monatsspruch des Dezembers:


                                                    Der Wolf findet Schutz beim Lamm,
                                                      der Panther liegt beim Böcklein.
                                                     Kalb und Löwe weiden zusammen,
                                                            ein kleiner Junge leitet sie.
                                                                             Jes 11,6


Eine romantische Vorstellung, aber eine „Verkehrte Welt“, werden Sie sagen. Und Sie haben recht: Da wird alles auf den Kopf gestellt, was wir doch täglich beobachten können. Nicht das Recht des Stärkeren, das im Tierreich ebenso gilt, wie es gerade wieder Einzug in die

Weltpolitik hält, wird hier proklamiert; sondern die friedliche Nachbarschaft, die gegenseitige Unterstützung. Die größten Feinde – sie suchen beim anderen Schutz. Nicht Macht und Gewalt herrschen mehr. Der Schwache – der kleine Junge – reicht aus, um sie zu führen.

Wie gesagt, eine wunderbare Vision. Aber „Ich glaube nicht, dass es jemals eine friedliche Welt gibt!“ So die Skepsis eines erfahrenen Mannes im Gespräch.

Wir Menschen werden sie wohl kaum herstellen können, diese friedliche Welt, trotz aller Bemühungen und Teilerfolge von UN und anderen internationalen Konferenzen. Zu bitter sind die Enttäuschungen in den letzten Jahren, zu offensichtlich die Lügen und Fake-News in denen von Frieden gesprochen wird, während gleichzeitig Menschenleben bedenkenlos dem Machtstreben geopfert werden. Das ist heute noch so wie zu Zeiten des Propheten Jesaja!

Und doch hat es diesen nicht abgehalten, seine Vision zu verkünden, seiner Hoffnung Worte zu geben, dass es einmal anders wird, dass eine andere Welt möglich ist – nicht durch unser Bemühen, sondern durch Gottes Eingreifen. Und wenn wir Weihnachten feiern, wenn wir das Kind in der Krippe feiern, dann schauen wir auf dieses Eingreifen Gottes, dann lassen wir uns anrühren von dem Gott, der nicht mit Macht in die Welt komm, sondern sich in seiner Ohnmacht zeigt. Ganz unten fängt er an, ganz einfach und schwach – in dem Kind in der Krippe – im Stall von Bethlehem.

2000 Jahre ist es her. 2000 Jahre, in denen es Krieg und Kriegsgeschrei genug gab. Aber in diesen 2000 Jahre gab es auch immer wieder Menschen, die in der Nachfolge dieses Kinds von Bethlehem Zeichen setzten, dass in unserer Welt nicht Macht und Gewalt das letzte Wort haben dürfen. Zu ihnen gehören nicht zuletzt auch die vielen Menschen, die z.B. hier in Bolivien sind, um in ihren Sozialprojekten ein wenig die größte Not zu lindern, Zeichen der Hoffnung zu setzen.

 

Dass dieses Hoffnungslicht nicht in uns ausgeht, das wünsche ich Ihnen in diesen Adventstagen – und darum ein gesegnetes Weihnachtsfest,
 

 

Ihr Jörg Kohler-Schunk

 

 

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Kollekte

Jahreslosung 2022

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