Der Monatsspruch für Mai 2022:

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit,

so wie es deiner Seele wohlergeht.

3.Joh 2

Bibelkreis

Der Bibelkreis findet ONLINE statt, dazu sind alle Interessierten eingeladen. Er findet alle 14 Tage mittwochs jeden Monats um 15:00 Uhr bolivianischer Zeit statt. Der Link zur Teilnahme ist im Terminkalender einzusehen.

Jahreslosung 2022

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Kollekte

 

Dezember 2021

Meditation

Liebe Freunde,

 

in der vergangenen Woche waren meine Frau und ich zu Gast in einem kleinen Familienhotel am Salar de Uyuni, am Fuße des Tunipa. Die Gastgeber, ein älteres Ehepaar luden uns zum Gespräch in die ihre sehr einfache Küche. Eigentlich wollten sie uns ihren Eisenherd zeigen, in dem unser Abendessen zubereitet wurde. Nach den üblichen Fragen nach Kindern und Enkeln kam das Gespräch aber schnell auch auf ernstere Dinge, z.B. die Auseinandersetzungen zwischen den Leuten von Potosi und denen von Oruro, die dazu führten, dass ein Luxushotel in der Nähe niedergebrannt worden war – und die Menschen im Dorf jetzt keine Arbeit mehr haben.

„Wir leben in schrecklichen Zeiten“, sagte da die alte Bauersfrau. „Wer weiß, was Gott mit uns vorhat! Wir müssen vor allem beten!“

Genau dies ist auch der Rat, ja die Bitte des Epheserbriefs: „Hört nicht auf zu beten!“ Und er gibt dabei gleich Ratschläge, was zum Beten dazu gehört, nämlich Wachsamkeit, Beharrlichkeit und ein weiter Horizont: „Seid wachsam“

Bevor wir beten, müssen wir erst einmal wahrnehmen, was um uns herum geschieht. Ich bete ja nicht nur für mich selbst und um mein eigenes Glück. Durch das Beten bekommen wir einen neuen, wachsamen Blick auf das, was um uns herum geschieht. Wir schauen nicht weg, sondern hin.

Betende Menschen sagen nicht zu allem Ja und Amen, sondern sind wachsam und damit auch kritisch. Ein kluger Kopf sagte einmal:

„Wie wir beten sollen, steht in der Bibel, was wir beten sollen, steht in der Zeitung.“

 

„Beharrlichkeit“

Es gibt Mönchsorden, die ihr ganzes Leben dem Gebet widmen und sich von aller Ablenkung davon fernhalten. Das ist beeindruckend. Aber könnte es nicht auch anders sein? Nämlich so, dass wir alles, was wir tun, im Gebet vor Gott bringen und aus Gottes Hand nehmen – und so mit unserem ganzen Leben in Gottes Nähe bleiben und auf ihn warten. Wer das, was er tut und lebt in den Horizont Gottes stellt, der wartet auf Gott „beharrlich“.

„Bittet für alle Heiligen!“

Das ist die dritte wichtige Säule des Gebets: Nicht wir stehen im Mittelpunkt, sondern die Menschen mit und um uns herum. Manchmal tut es gut, wenn wir sie beim Namen nennen und für sie Fürbitte halten. Im Großen, wie im Kleinen! Ist es nicht wundervoll zu hören:

„Ich denke im Gebet an dich. Gott schenke dir Kraft, und gute Ideen, und Mut …!“

 

Beten ist viel mehr als sich von Gott etwas wünschen und dann hoffen, dass er es erfüllt. Dabei dürfen wir ruhig zugeben und einräumen, dass nicht alle Bitten in Erfüllung gehen.

Beten ist eine Lebenseinstellung, die uns Kraft gibt, auch in schweren Zeiten eine Hoffnung zu behalten, weil wir alles das, was uns umtreibt, in Gottes liebevolle Hände legen. Und wir können uns sicher sein: Gott wird Gutes daraus machen.

 

Ihr Jörg Kohler-Schunk

 

 

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Kollekte